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Soziales Lernen bei der posttraumatischen Belastungsstörung

 

Traumatisierende Kindheitserfahrungen stellen eine große Belastung für die oder den Betroffene/n dar, oft bis ins Erwachsenenalter. Als schwerwiegende und langfristige Folge kann sich dabei eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln. Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine häufige psychische Störung, die mit einer Vielzahl von Einschränkungen der Betroffenen einhergeht, u.a. Problemen beim Lernen und Gedächtnis. Bei der Entstehung einer PTBS wird angenommen, dass die betroffenen Personen ihr zurückliegendes Trauma so erleben als sei es eine aktuelle und dauerhafte Bedrohung. Dadurch können auch ungenaue oder falsche Situationen mit der Bedrohung assoziiert werden, was letztlich dazu führen kann, dass auch aus heutiger Sicht ungefährliche Situationen in einen Bedrohungszusammenhang gebracht werden und Betroffene dadurch im Alltag einschränken. Dabei lernen Menschen solche Zusammenhänge auf unterschiedliche Art und Weise. Man kann beispielsweise durch eigene Erfahrung lernen, aber auch durch mündliche Warnung oder Beobachtung einer anderen Person. Solche sozialen Lernwege spielen sowohl beim Erwerb als auch bei der Behandlung der PTBS eine wichtige Rolle. Wir wollen deshalb untersuchen, ob sich die Lernmechanismen Bedrohung und Sicherheit zwischen Menschen sowohl mit und ohne Traumatisierung, als auch von traumatisierten Menschen mit und ohne PTBS unterscheiden. Um damit einhergehende Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprozesse zu untersuchen, messen wir mittels Elektroenzephalografie die elektrische Hirnaktivität. In der Untersuchung dienen nicht-schmerzhafte elektrische Reize, die über Elektroden am Arm als „bedrohliche Reize“ verabreicht werden. Durch die Ergebnisse erhoffen wir uns, (veränderte) soziale Lernmechanismen bei PTBS besser verstehen und Anstöße für neue Behandlungskonzepte liefern zu können.

 

An dieser Untersuchung können Frauen und Männer zwischen 18 und 60 Jahren teilnehmen, die Missbrauch oder Vernachlässigung in ihrer Kindheit erlebt haben.

 

Projektverantwortliche

Florian Bublatzky
Florian Bublatzky
Studienleitung des assoziierten Projekts "Soziales Lernen"
Klinik für Psychosomatische Medizin & Psychotherapie
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim
 
Sabine Schellhaas
Sabine Schellhaas
Doktorandin im assoziierten Projekt "Soziales Lernen"
Klinik für Psychosomatische Medizin & Psychotherapie
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim